Am Samstag und Sonntagvormittag hatte ich Besuch von meinem Bruder und meiner Nichte. Es war richtig schön, zumal unser letztes Treffen bereits ein dreiviertel Jahr zurücklag.
Sonntagnachmittag komme ich nach der Mittagsruhe zurück auf Station und werde schon etwas verhalten vom sonst extrem fröhlichem Pfleger M. begrüßt. Er teilte mir mit, dass Benno an den Sauerstoff angeschlossen werden musste, da er ziemlich schnaufte beim atmen und man beim kontrollieren einen zu niedrigen Sauerstoffgehalt festgestellt hatte. Für mich zog diese Info erstmal den Boden unter meinen Füßen weg. Als ich ihn da so mit der Sauerstoffbrille sah, brachte das viele verdrängte Erinnerungen von seiner Zeit auf der Intensivstation mit.
Nach kurzer Zeit kam aber auch gleich die Ärztin und erklärte mir, dass sie noch die Blutwerte kontrollieren und ein Röntgen der Lunge erfolgen sollte. Man vermutete entweder eine beginnende Lungenentzündung oder das er durch das starke Erbrechen in der Nacht zuvor etwas von dem Erbrochenen in die Lunge gelangt ist.
Auf dem Röntgenbild konnte man aber auch keine Ursache erkennen. Er bekam somit prophylaktisch ein Antibiotikum und für den nächsten Tag war ein Ultraschall von Lunge und Nieren und ein Echo vom Herzen geplant.
Am nächsten Morgen kam zum Glück Lars und half alleine schon durch seine Anwesenheit so ungemein. Auch Benno freute sich wahnsinnig, dass sein Papa da war.
Der Ultraschall ergab, dass zu dem immer noch bestehenden kleinen Pleuraerguss auf der rechten Seite nun ein weiterer auf der linken Seite dazugekommen ist. Das Herzecho zeigte, dass Bennos Herz nach wie vor tadellos arbeitet und an der Atemnot und dem Erguss nicht Schuld sein kann.
Nachmittags kam dann die Oberärztin noch mal, um Benno abzuhorchen und dabei fiel ihr auf, dass Bennos Bauch sehr dick war und auch sein Gesicht ziemlich geschwollen. Sie stellte dann den Zusammenhang her, dass er wahrscheinlich Wasser eingelagert hat (er bekommt zu den Chemotherapeutika noch einen Spültropf, der dafür sorgen soll, dass die Medikamente wieder ausgespült werden). Zwar war seine Ausscheidemenge (während der Chemo muss jeder seiner Windeln gewogen werden und er muss täglich mind. das ausscheiden, was er an Flüssigkeit durch die Medikamente aufnimmt) im Rahmen, aber sie war schon weniger als die letzten Tage. Also wurde Benno gewogen und da ergab sich auch ein Zunahme von 1 kg in vier Tagen. Also wurde ein Medikament angesetzt, dass dafür sorgt, dass Benno pullern muss wie verrückt. Hier ist es wieder gut, dass er noch Windeln trägt, denn innerhalb von ein paar Minuten nachdem das Medikament durchgelaufen ist, läuft er quasi aus und braucht innerhalb von einer Viertelstunde zwei neue Windeln (und trotzdem ist Papas Hose nass geworden als Benno auf seinem Schoß saß).
Heute morgen war dann erneute Wiegekontrolle und siehe da: 1 kg weniger und er atmete deutlich besser. So gut, dass er tagsüber vom Sauerstoff abgemacht werden konnte. Der Kontrollultraschall ergab, dass der neue Erguss auf der linken Seite immer noch da war, also wurde ein Lungen CT angesetzt.
Wir sollten um 13.00 Uhr dort sein. Natürlich weinte Benno sehr, denn wir mussten ihn aus dem Mittagsschlaf reißen. Hier passierte dann auch, worüber wir immer noch fassungslos den Kopf schütteln:
Das Kontrastmittel sollte Benno über seinen Broviac-Katheter (Bild) zugeführt werden. Er beruhigte sich dann auch und das CT startete. Nach ein paar Minuten hörte ich dann nur panisches Weinen (Lars war mit drin und ich wartete im Vorraum) und bald darauf hörte ich ihn schon würgen. Benno musste sich stark erbrechen.
Dabei sagte Lars dann, dass er vorher schon Stop gerufen hatte, da er gesehen hatte, dass das Kontrastmittel daneben gelaufen war. Bei meiner genaueren Betrachtung fiel mir dann auf, dass Bennos Katheter undicht war und dann auch warum: Die Radiologieassistentin (oder wie auch immer die sich schimpfte) hatte die Klammer nicht geöffnet und somit hatte die Maschine das Kontrastmittel immer fleißig in den Katheterschenkel gepumpt. Da die Flüssigkeit aber nicht weg konnte, ist das Silikon geplatzt!!!
Das ist deswegen so dramatisch, weil Benno auf diesen Schenkel auch gebrochen haben könnte und somit Keime in den Katheter gedrungen sein könnten.
Das Schlimme an der Sache ist nur, dass diese Assistentin noch nicht mal zugegeben hat, dass die Klammer geschlossen war, sondern einfach NICHTS gesagt hat.
Nun muss erst ein Reparaturset bestellt werden (was wahrscheinlich bis Donnerstag dauert) und bis dahin müssen wir hoffen, dass die provisorische sterile Abdeckung alle Keime abhält.
Uns reichts!
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| Wieder mit Sauerstoff, völlig schlapp |
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| Papa und das Singebuch |
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| Patientenfreundlicher Ultraschall direkt im Zimmer unter Ablenkung durch den Fernseher |
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| Er isst mal ein bisschen!!! |





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