Ihr lieben, einzigartig tollen Menschen,
entschuldigt bitte, dass ich mich so lange nicht gemeldet
habe. Wir sind seit vier Wochen zu Hause und ich genieße die Zeit einfach so
sehr. Es ist so unwirklich und zugleich fantastisch wieder zu Hause zu sein.
Gerade in dieser so besonderen Vorweihnachtszeit gab es so
viele Sachen (vom Kindergarten etc.) und es war so schön dabei zu sein können.
Am allerschönsten war natürlich, dass alles so überraschend kam. Niemand hat
nur im Entferntesten damit gerechnet, dass wir, so lange vor Weihnachten,
bereits zu Hause sein können und es Benno dabei auch noch so hervorragend geht.
Er ist so unglaublich. Er isst hervorragend (teilweise mehr
als seine Schwester), so dass wir schon langsam anfangen müssen ihn zu bremsen,
sprich, er bekommt nicht mehr jedes Wahlessen, dass er möchte, sondern muss
einfach auch mal das Essen, was auf dem Tisch steht.
Außerdem ist er durch und durch fröhlich (natürlich brüllt
er, wenn etwas nicht nach seinem Kopf geht, aber das ist ja normal und soll
auch so sein), plappert wie ein Wasserfall und ist den ganzen Tag auf den
Beinen, will kaum still sitzen. Gleichzeitig nimmt er seine Medikamente ohne zu
murren, inhaliert wie ein Großer und wenn es Mittagsschlaf- oder
Nachtschlafzeit ist, lässt er sich ins Bett bringen und schläft durch (bis auf
ganz seltene Ausnahmen).
Johanna genießt es auch sichtlich, dass Mama und Benno
wieder zu Hause sind, auch wenn man die besondere Beziehung zwischen ihr und
Lars deutlich spürt. Sie kommt öfters nachts in unser Bett und sucht dort die
Nähe, die sie in den letzten Monaten nicht bekommen konnte. Sie ist nach wie
vor die Bummelantin Nr. 1 und ich versteh manchmal gar nicht, wie man so
langsam sein kann. Verkleiden (meist als Prinzessin, Waldelfe oder Meerjungfrau)
ist nach wie vor das Größte. Dabei liebt sie es Hörbücher zu hören. Sie taucht
dabei voll in ihre Traumwelt ab und ist schwer daraus zurück zu holen.
Ansonsten ist sie nach wie vor ein Plappermaul, erzählt Geschichten und singt
unheimlich gern.
Autofahren mit beiden Kindern ist manchmal ganz schön
anstrengend, weil sie ununterbrochen erzählen….
Mir geht es mit meiner MS sehr gut. Ich spritze jeden Abend.
Die blauen Flecke werden langsam weniger. Ich vertraue voll und ganz auf das
Medikament und gehe davon aus, dass Schübe dadurch verhindert, bzw.
herausgezögert werden.
Wie ist nun der Fahrplan für die nächsten Monate? Benno muss
einmal wöchentlich zur Blutbildkontrolle nach Magdeburg. Im Moment sind seine
Werte aber absolut im grünen Bereich. Anfang Februar sollen die nächsten
Untersuchungen sein: MRT; Szintigraphie, Ultraschall…
Dann wird sich herausstellen, ob der Krebs wieder da ist,
oder, wovon wir ausgehen, eben nicht.
Und weil ich oft gefragt werde: Benno hat keinen Krebs mehr.
Wenn er jetzt 5 Jahre krebsfrei bleibt, ist er geheilt.
So und nun das Wichtigste zum Schluss (und weil die Weihnachtszeit
ja auch für Sentimentalitäten ist):
Wir danken euch aus tiefstem Herzen für die wahnsinnig
tollen Geschenke, die unsere Familie im Laufe der letzten 9 Monate erhalten
hat. Darunter von meinen Forumsmädels zwei wahnsinnig tolle Pakete und
selbstgemachte Adventskalender für uns vier. Hier ging jeden Morgen das Gelaufe
los, um zu schauen, was heute drin war. Ihr habt dafür gesorgt, dass unsere
Kinder und wir eine schöne Vorweihnachtszeit hatten, obwohl wir nicht in der Lage
waren, dafür selbst zu sorgen.
Dann gab es unheimlich viele tolle Geschenke von lieben
Menschen, die unglaublich schön waren.
Es gab zwei Geldspenden, die umgehend auf Bennos Konto
gewandert sind und dort auf ihren sinnvollen Einsatz warten.
Und was nicht weniger wichtig ist: Eure Anteilnahme,
unglaublich lieben Worte, manchmal einfach nur stummem Umarmungen und vor allem
positiven Gedanken haben uns in den letzten Monaten enorm viel Kraft gegeben.
Sie haben uns dabei geholfen, den ganzen Wahnsinn als Familie zu überstehen und
ich bin mir hundertprozentig sicher, dass sie unserem Benno-Bär dabei
unterstützt haben, diesen Scheißkrebs zu besiegen.
Ich weiß nicht, ob wir es ohne euch geschafft hätten.
Und nun fängt der Weihnachtswahnsinn an: Kaffeetrinken, dann
in die Kirche (obwohl wir eigentlich nicht gläubig sind, aber so viele haben
eine Kerze für uns angezündet und für uns gebetet, da erscheint dies für uns
der richtige Ort, Danke zu sagen) und dann die Geschenkeschlacht.
Wir wünschen euch allen ein paar frohe Festtage! Genießt
eure Familie, auch wenn es manchmal schwer ist.














