Dürfen wir uns jetzt wirklich freuen? Ist nun wirklich das Schlimmste geschafft? Gilt es jetzt wirklich nur noch, dass Bennos Werte stabil bleiben und wir bald mit der Erhaltungstherapie (Retinsäure in Kapselform, die dafür sorgen soll, dass sich evtl. Krebszellen in gutartige Zelle umwandeln) anfangen können?
Es ist alles noch so unwirklich. Ganz tief im Bauch ist dieses unglaubliche Glücksgefühl, aber wir trauen es uns einfach noch nicht rauszulassen. Zu groß ist die Angst. Ich hoffe, dass diese jetzt langsam weichen wird und wir uns wieder als Familie richtig zusammenfinden.
Es ist unglaublich schön wieder zu Hause zu sein, nach so langer Zeit wieder im eigenen Bett, neben dem tollsten aller Männer zu schlafen, eine Badewanne zu haben. Gleichzeitig merke ich eben sehr deutlich, dass wir so lange weg waren. Die Beziehung zwischen Lars und Johanna ist unheimlich eng geworden, sie sind ein absolut toll eingespieltes Team. Das Gleiche gilt natürlich für Benno und mich.
Johanna muss sich jetzt erst wieder dran gewöhnen, dass ihr kleiner Bruder wieder da ist. Sie hat teilweise ziemliche Hemmungen im Umgang mit ihm. Was darf sie, was darf sie nicht. Muss sie sich von ihm das Spielzeug wegnehmen lassen oder nicht. Das fängt schon bei so Kleinigkeiten an, dass ihr Schmuck und ihre Bastelscheren rumliegen. Sie muss sich jetzt erstmal wieder umstellen, dass sie so etwas nicht mehr herumliegen lassen darf.
Es ist so ein unglaubliches Geschenk, dass wir nun die Vorweihnachtszeit in Ruhe, in Familie, miteinander verbringen dürfen.
Gleichzeitig ist es auch für mich unheimlich schwierig, denn ich würde am liebsten alles gleichzeitig machen, die letzten acht Monate aufholen. Alles liegengebliebene erledigen, tausende Ideen umsetzen. Und merke gleichzeitig, dass ich das nicht kann, nicht schaffen werde. Und wieder einmal ein Lektion, die ich lernen muss.
Morgen müssen wir zur Kontrolle nach Md. Wenn sein Blutbild nicht in Ordnung ist (evtl. niedriger hb, Thrombozyten oder Immunglobuline ) muss er eine Transfusion bekommen und wir müssen für einen Tag dort bleiben. Aber das ist ja ein Klacks.
Am Samstag ist dann hier bei und im Ort, direkt vor unserer Haustür ein kleiner Weihnachtsmarkt. Ich freue mich unglaublich drauf. Der Kindergarten wird ein kleines Programm aufführen.
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| Johanna beim Ballett |
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| Benno wartet darauf, dass Omi und Opi uns abholen kommen |
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| unscharf, aber er ist einfach zu schnell durch den Garten gerast |















